Jurymitglied für des Städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb „Entwicklung Riedhofareal" in Meißenheim
Pecha-Kucha Vortrag in der Vortragsreihe Neu im Club am 20. BDA-Tag: Substanz für die Transformation. Architektur und Expertise in Darmstadt
Mobile Küche für die Jugendarbeit von Markus Wiedemann
Fassade der Zukunft, Ausstellung des Deutschen Fassadenpreises 2024 auf der BAU 2025 in München
Gastkritik an der TU München, Professorship of Architecture and Construction von Prof. Jeannette Kuo
Berufung in den Arbeitskreis Junge Architektinnen und Architekten des BDA
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in Karlsruhe
Hugo Häring Landespreis 2024, BDA Baden-Württemberg
Flexibel, Architekturen der Veränderung von Eva Kafke
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in Frankfurt
Diskussion & Werkvortrag im Rahmen der Vortragsreihe Entwurfstheorie 2
Werkvortrag im Rahmen der Vortragsreihe Raum für Tageslicht von Velux in Karlsruhe
Gastkritik & Werkvortrag an der TU Dresden, Professur Gebäudelehre und Entwerfen: Wohnbauten von Prof. Katharina Löser und Prof. Johannes Lott
Repräsentanz am Rand, Bürgerzentrum und Rathausumfeld, Illertissen, Caroline Kraft
Werkvortrag Robuste Kapazität
Vortrag zum Thema Sortenrein Bauen am Tag der Architektur, AKBW Main-Tauber-Kreis
Gastkritik an der HfT Stuttgart, Studio Gerd Wetzel
Berufung in den Bund Deutscher Architektinnen und Architekten
Über die Ästhetik hinaus
DETAIL 6.2024, Klima und Ressourcen
Werkvortrag an der Hochschule Mainz im Rahmen der Vortragsreihe Wohnpositionen
Das künftige Illertisser Rathaus-Areal könnte zum Vorzeigeprojekt werden von Sebastian Mayr
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung für das Bürgerzentrum und Rathausumfeld in Illertissen
Werkvortrag im Rahmen der JUNG Architekturgespräche, Young Talents in Frankfurt
Büro und Verwaltung - Office Buildings
Lehre und Forschung, Dietrich Fink, Benjamin Eder, Jana Hartmann, Stefan Imhof, Zora Syren
Von einem erschöpften Berufsstand, Matthias Alexander
Gastkritik an der Hochschule Kaiserslautern, Fachgebiet Baukonstruktion, Gebäudelehre und Entwerfen im Bestand von Prof. Fabian A. Wagner
Veröffentlichung des Deutsches Architektur Jahrbuch 2024 beim Verlag DOM publishers
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung im DAM Deutsches Architekturmuseum
Gastkritik an der Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen, Natürliche Baustoffe von Prof. Thomas Löffler
Sortenrein Bauen von Christian Juhlke
Sortenrein Bauen von Petra Seidl
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in Berlin
Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen der AKBW und Ausstellungseröffnung im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg
Fachvortrag zum Thema Sortenrein Bauen an der Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen, Natürliche Baustoffe von Prof. Thomas Löffler
Ausgezeichnete Baukultur, Hugo Häring Auszeichnung
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Meckelhalle in Freiburg
TINA has been longlisted in the mixed-use project category
Publikation Sortenrein Bauen im DETAIL Verlag
Ausgezeichnete Bauwerke in Breisach, Beispielhaftes Bauen
Vortrag und Führung, les journées de l'architecture - die Architekturtage, maison européenne de l'architecture - Rhin supérieur
Gastkritik an der Technische Universität München (TUM), Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren, Prof. Florian Nagler, Florian Beck, Always Beta
Ausstellungseröffnung in der Architektur Galerie in Berlin
Bauwelt Preis 2023, S.51, TINA - flexibles Büro- und Wohngebäude
Anerkennung und Ausstellungseröffnung im DAM Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt
Vortrag im Zuge der Vorstellung der neu berufenen BDA Mitglieder*innen an der Hochschule Karlsruhe
Werkvortrag am Karlsruher Institut für Technologie, Institut Entwerfen und Baukonstruktion von Prof. Ludwig Wappner, Dichte+
Wissenschaftliche Mitarbeit an der Professur Entwerfen und Baukonstruktion von Prof. Ludwig Wappner
Werkvortrag und Preisverleihung im MIM Museum of Musical Instruments in Brüssel
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Philharmonie in Duisburg
Preisverleihung und Ausstellungeröffnung in Berlin
Preisverleihung in Karlsruhe
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Stadthalle in Würzburg























STUDIO SOZIA
Calavetta Häberle Architekten BDA PartGmbB
Alter Schlachthof 33
D-76131 Karlsruhe
+49 (0) 721 17 45 79 45
mail@studiosozia.com

© Katja Aßfalg
Nach Studienaufenthalten am Karlsruher Institut für Technologie, der Technischen Universität München und der Universita Federico II degli Studi Napoli gründeten Lisa Häberle und Valerio Calavetta das in Karlsruhe ansässige, kollaborative Architekturbüro Studio Sozia. Das Studio hat seinen Schwerpunkt in der Entwicklung experimenteller Projekte an den Schnittstellen zwischen sozialen, ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Fragestellungen. Das erste gemeinsame Projekt „TINA flexibles Büro- und Wohngebäude“, ein Gebäude in welchem der zukünftige Umbau von einem Büro- zu einem Wohngebäude bereits mitgeplant wurde und mit einfachen Mitteln auf Ausbauebene umgesetzt werden kann, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hugo-Häring Landespreis 2024 und einer Hugo-Häring Auszeichnung 2023 des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), einer Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW), war auf der Shortlist des DAM Preis 2024 und erhielt eine Anerkennung beim BDA max 40, dem BDA Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten. Zusätzlich sind sie zu den Themen Entwerfen und Konstruieren in der Lehre und Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Hochschule Kaiserslautern tätig.

Freie Architektin BDA
Bachelor-Studium der Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Master-Studium der Architektur an der Technischen Universität München (TUM) und der Universität von Neapel Federico II. 2016-2019 freie Mitarbeit bei Studio Knack und FAM Architekten in München. 2020 Abschluss M.A. Architektur mit Auszeichnung bei Prof. Dietrich Fink & Prof. Dr. phil. Dietrich Erben an der Technischen Universität München (TUM). 2022-2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Entwerfen und Baukonstruktion am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Seit 2022 Mitglied der Bayerischen Architektenkammer. Seit 2023 Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg. 2024 Berufung in den Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. 2024 Berufung in den AKJAA (Arbeitskreis Junge Architektinnen und Architekten) des BDA. Seit 2025 Preisrichterinnen-Tätigkeiten.
Freier Architekt BDA
Studium der Architektur am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 2013-2014 Mitarbeit bei Kuehn Malvezzi in Berlin und allmannwappner in München. 2017 Abschluss M.Sc. Architektur mit Auszeichnung bei Prof. Ludwig Wappner und Prof. Markus Neppl am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 2017-2021 Projektleitung Wettbewerbe bei allmannwappner in München. Seit 2019 Mitglied der Bayerischen Architektenkammer. 2021-2025 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Entwerfen und Baukonstruktion am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 2022 Lehrauftrag an der HFT Stuttgart im Fachbereich Entwerfen und Darstellung. Seit 2023 Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg. 2024 Berufung in den Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. 2024 Berufung in den AKJAA (Arbeitskreis Junge Architektinnen und Architekten) des BDA. 2025 Berufung zum Professor für Entwerfen und Konstruieren - Konstruktive Entwurfsmethodik an die Hochschule Kaiserslautern. Seit 2026 Preisrichter-Tätigkeiten.
Pecha-Kucha Vortrag in der Vortragsreihe Neu im Club am 20. BDA-Tag: Substanz für die Transformation. Architektur und Expertise in Darmstadt
Gastkritik an der TU München, Professorship of Architecture and Construction von Prof. Jeannette Kuo
Diskussion & Werkvortrag im Rahmen der Vortragsreihe Entwurfstheorie 2
Werkvortrag im Rahmen der Vortragsreihe Raum für Tageslicht von Velux in Karlsruhe
Gastkritik & Werkvortrag an der TU Dresden, Professur Gebäudelehre und Entwerfen: Wohnbauten von Prof. Katharina Löser und Prof. Johannes Lott
Werkvortrag Robuste Kapazität
Vortrag zum Thema Sortenrein Bauen am Tag der Architektur, AKBW Main-Tauber-Kreis
Gastkritik an der HfT Stuttgart, Studio Gerd Wetzel
Werkvortrag an der Hochschule Mainz im Rahmen der Vortragsreihe Wohnpositionen
Werkvortrag im Rahmen der JUNG Architekturgespräche, Young Talents in Frankfurt
Gastkritik an der Hochschule Kaiserslautern, Fachgebiet Baukonstruktion, Gebäudelehre und Entwerfen im Bestand von Prof. Fabian A. Wagner
Gastkritik an der Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen, Natürliche Baustoffe von Prof. Thomas Löffler
Fachvortrag zum Thema Sortenrein Bauen an der Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen, Natürliche Baustoffe von Prof. Thomas Löffler
Vortrag und Führung, les journées de l'architecture - die Architekturtage, maison européenne de l'architecture - Rhin supérieur
Gastkritik an der Technische Universität München (TUM), Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren, Prof. Florian Nagler, Florian Beck, Always Beta
Werkvortrag am Karlsruher Institut für Technologie, Institut Entwerfen und Baukonstruktion von Prof. Ludwig Wappner, Dichte+
Werkvortrag und Preisverleihung im MIM Museum of Musical Instruments in Brüssel
Jurymitglied für des Städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb „Entwicklung Riedhofareal" in Meißenheim
Alena Bischoff
Niklas Ellrich
Fabian Krahl
Lennart Lippert
Pia Mayer
Anna Merk
Fassade der Zukunft, Ausstellung des Deutschen Fassadenpreises 2024 auf der BAU 2025 in München
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in Karlsruhe
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung im DAM Deutsches Architekturmuseum
Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen der AKBW und Ausstellungseröffnung im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Meckelhalle in Freiburg
Ausstellungseröffnung in der Architektur Galerie in Berlin
Anerkennung und Ausstellungseröffnung im DAM Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Philharmonie in Duisburg
Preisverleihung und Ausstellungeröffnung in Berlin
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in der Stadthalle in Würzburg
Hugo Häring Landespreis 2024, BDA Baden-Württemberg
Flexibel, Architekturen der Veränderung von Eva Kafke
Repräsentanz am Rand, Bürgerzentrum und Rathausumfeld, Illertissen, Caroline Kraft
DETAIL 6.2024, Klima und Ressourcen
Büro und Verwaltung - Office Buildings
Lehre und Forschung, Dietrich Fink, Benjamin Eder, Jana Hartmann, Stefan Imhof, Zora Syren
Veröffentlichung des Deutsches Architektur Jahrbuch 2024 beim Verlag DOM publishers
TINA has been longlisted in the mixed-use project category
Publikation Sortenrein Bauen im DETAIL Verlag
Bauwelt Preis 2023, S.51, TINA - flexibles Büro- und Wohngebäude
Mobile Küche für die Jugendarbeit von Markus Wiedemann
Über die Ästhetik hinaus
Das künftige Illertisser Rathaus-Areal könnte zum Vorzeigeprojekt werden von Sebastian Mayr
Von einem erschöpften Berufsstand, Matthias Alexander
Sortenrein Bauen von Christian Juhlke
Sortenrein Bauen von Petra Seidl
Ausgezeichnete Baukultur, Hugo Häring Auszeichnung
Ausgezeichnete Bauwerke in Breisach, Beispielhaftes Bauen

1.Preis, Wettbewerb, Umbau, in Planung
Mitarbeit Ausführung: Alena Bischoff, Anna Merk
Nutzung: Bürgerzentrum, Stadtarchiv & Musikschule
Bruttogrundfläche: 1700 m2
Visualisierungen: STUDIO SOZIA
hhpberlin (Brandschutz)
stadtplus (Landschaftsarchitektur)
C4 engineers GmbH (Tragwerksplanung)
Transsolar KlimaEngineering (Energiekonzept)
Ingenieurbüro für Gebäudetechnik Uwe Häberle (HLS)
















Grundriss Umbau Erdgeschoss
Orientierung Erdgeschoss
Zonierung Erdgeschoss
Struktur Erdgeschoss
Grundriss Bestand Erdgeschoss











Grundriss Umbau 1.Obergeschoss
Orientierung 1.Obergeschoss
Zonierung 1.Obergeschoss
Struktur 1.Obergeschoss
Grundriss Bestand 1.Obergeschoss









Städtebau und Landschaft
Das Rathausareal im historischen Stadtzentrum bildet mit dem Rathaus und dem repräsentativen Sitzungssaal in der Schranne das politische Zentrum der Stadt Illertissen. Durch die geplante Ansiedlung weiterer, öffentlicher Nutzungen mit Vereinshaus, Bürgerzentrum, Tafel und Musikschule soll das Areal zukünftig auch zum Repräsentationsort bürgerlicher Interessen werden. Hierfür gilt es, die stark heterogene Bestandsbebauung, die durch unterschiedliche Nutzungen, Volumetrien, Fassadengestaltungen und Baujahre geprägt ist, zu einem Ensemble zusammenzufügen und die bereits bestehende Platzsituation, welche durch das zukünftige Bürgerzentrum aufgespannt wird, als verbindendes Element zu etablieren. Um den zentralen Platz stärker zu rahmen, werden die Bereiche zwischen den Bestandsbauten durch unterschiedliche landschaftliche Interventionen verknüpft, räumlich zusammengefasst und verdichtet. Der Hauptzugangsbereich zum Areal zwischen Rathaus und Vereinsgebäude wird als Wartebereich und Treffpunkt ('Foyer') mit Sitzmobiliar und Infotafeln bespielt. Das Rückgebäude Adler wird aufgrund der augenscheinlich guten Bausubstanz und zur Einsparung von grauer Energie erhalten bleiben. Eine Bestandsaufnahme mit Baugutachten soll zeigen, ob der Bestand durch einen Umbau zur Gemeinschaftswerkstatt umfunktioniert werden kann. Das ‚Forum‘ auf dem Schrannenplatz wird durch ein großes, rundes Sitzelement sowohl zum Diskutieren im Anschluss an die Ratssitzungen einladen als auch eine Sitz- und Abstellmöglichkeit bei Hochzeitsempfängen bieten. Der Freizeitbereich, welcher sich zwischen Schranne, ehemaliger Feuerwehr und Walser Gebäude aufspannt, lädt mit einem Kinderspielbereich, Bürgergarten und natürlicher Freilichtbühne zum aktiven Mitmachen ein. Das Walser Gebäude wird auch in Zukunft die Musikschule beherbergen, und soll, falls die Bestandsaufnahme mit Gutachten den Bestand als erhaltenswert bezeichnet, weiter genutzt und umgebaut werden. Sollte die Bausubstanz den Anforderungen nicht gerecht werden, würden wir einen Ersatzneubau in ähnlicher Volumetrie vorschlagen. Der auch bisher infrastrukturell genutzte Bereich östlich des Adlergebäudes soll auch zukünftig erhalten bleiben. Neben den 45 Stellplätzen, darunter vier barrierefreie Stellplätze und vier mit Elektroladesäulen, finden zahlreiche Fahrradstellplätze Platz. Ein landschaftliches Hochbeet-Element fasst in funktionaler Nähe zu den Außenbereichen von Vereinshaus und neuer Werkstatt 16 neue Fahrradabstellplätze/-Reparaturstation sowie Sitzbänke für den Biergarten und schafft gleichzeitig eine visuelle Trennung zum ruhenden PKW Verkehr.
Während der heterogene Rand und seine neuen Außenräume spezifische Nutzungen vorschlagen, soll der zentrale Platz als flexibel bespielbarer Stadtgarten verstanden werden. Durch die lineare Schichtung unterschiedlicher Grün- und Bodenflächen wird in Abgrenzung zur Freiflächengestaltung des Marktplatzes eine kleinteilige Wirkung bei gleichzeitiger Sicht- und Wegeverbindung in und aus allen Richtungen ermöglicht. Die Flächen bieten unterschiedliche räumliche Qualitäten wie introvertiert, extrovertiert, sonnig, schattig, hart und weich und schaffen so, in Kombination mit beweglichen Sitzmöbeln, die Grundlage zur Bespielung mit mannigfaltigen Nutzungsszenarien. Während kleinere Veranstaltungen wie der Wochenmarkt sich zwischen den Grünflächen des zentralen Platzes verteilen, können Großveranstaltungen wie Stadtfest und Weihnachtsmarkt durch eine Nutzung der Randflächen über das ganze Areal verteilt werden. Durch eine ganzheitliche Neugestaltung der Freiflächen entsteht ein Ort, der die Vielfalt des öffentlichen Lebens zusammenbringt. Multicodierte Flächen dienen als Rückzugsort, Aufenthaltsbereich und Veranstaltungsort für die Bürger*innen. Dabei werden die natürlichen Höhenunterschiede des Geländes geschickt genutzt, um Sitzmöglichkeiten zu integrieren und abwechslungsreiche Räume zu schaffen. Blühende Stauden unter den alten, wertvollen Bäumen setzen optische und ökologische Akzente und schaffen eine intime Atmosphäre. Das Gestaltungskonzept orientiert sich an den vorhandenen Materialien der Altstadt und schafft einen ruhigen, einheitlichen Gestaltungskanon. Sickerfähiges Natursteinpflaster wird für die Fußwege verwendet, während wassergebundene Wegedecken und Schotterrasen den zentralen Freiraum definieren. Diese differenzierte Belagsauswahl trägt zur Aufwertung der Freiflächen bei und sorgt für eine lockere Strukturierung der großen Flächen. Das Konzept berücksichtigt die Folgen des Klimawandels durch die Auswahl von klimaresistenten Baumarten und multifunktionalen Pflanzbereichen, die als Rückhaltebereiche für Regenwasser dienen. Bestehenden Bäume wie Platanus x acerifolia (Ahornblättrige Platane), Acer platanoides (Spitz-Ahorn) und Acer platanoides „Globosum“ (Kugelahorn) werden durch zukunftsweisende Klimabäume wie Quercus frainetto (Ungarische Eiche) und Koelreuteria paniculata (Blasenesche) ergänzt. Durch die gezielte Integration von pflegeleichten Stauden wird die Biodiversität vor Ort gefördert und ein wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna geschaffen. Die Gestaltung der Außenanlagen erfolgt unter Berücksichtigung von Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit, um eine langfristige und pflegeleichte Nutzung zu gewährleisten.
Hochbau
Da die vorgefundene Gebäudestruktur des L-förmigen Bestandsgebäudes, bestehend aus zwei weitspannenden Gebäudeschenkeln in Skelettbauweise und einem verbindenden ‚Gelenk‘ mit einer kleinteiligeren Struktur tragender Wandscheiben, die ideale Grundlage für eine Nutzung als Veranstaltungs- und Verwaltungsbau bildet, sollen die prägenden Gebäudemerkmale des Bestandsbaus wie Volumetrie, Tragstruktur, Organisation und die Orientierung durch Pultdach und großflächige Toröffnungen erhalten und durch minimalinvasive bauliche Interventionen räumlich gestärkt werden. Um die innere Struktur klarer herauszuarbeiten, werden in einem ersten Schritt nichttragende Wände und Einbauten rückgebaut. Während die großflächigen Nutzungen wie Veranstaltungsbereich und Verwaltung mit Stadtarchiv im Erdgeschoss bzw. Obergeschoss der beiden Gebäude-Schenkel untergebracht werden, soll das Gelenk dienende Räume, Erschließung und Foyer beherbergen.
Durch den Rückbau der Spindeltreppe, einem neuen Sitzelement unter der kreisrunden Deckenöffnung, der Umstrukturierung der Nebenräume mit neuem Sanitärbereich für Damen, Herren und barrierefreiem WC, einer Garderobe und einer Erweiterung der bestehenden Vertikalerschließung vom EG bis ins 1.OG wird der funktionale Charakter des Gelenks erhalten und als neues Foyer definiert. Die Fassade wird im Bereich des Gelenks von den Vorbauten befreit und durch zwei neue Fassadenelemente mit Eingangstüre und Signaletik der Gebäudekubatur folgend ergänzt. Um eine höhere Ausnutzung der Flächen und somit auch eine nachhaltige Gebäudenutzung zu ermöglichen, wird neben dem im Raumprogramm geforderten großen Hauptveranstaltungssaal noch ein weiterer, kleinerer, flexibel nutzbarer Multifunktionsraum für Veranstaltungen, Gastronomie oder als erweitertes Foyer integriert. Durch das gemeinsame Foyer, autark erschlossen und mit den notwendigen Nebenräumen ausgestattet, können so besonders in den veranstaltungsstarken Sommermonaten auch zwei voneinander unabhängige Veranstaltungen stattfinden. Zur Vermeidung von Leerstand außerhalb der Veranstaltungszeiten, besonders unter der Woche, schlägt der Entwurf die zusätzliche Nutzung als Nachbarschaftshaus der Stadt Illertissen vor. So sollen vielfältige Nutzungsszenarien wie zwei Veranstaltungen zeitgleich, ein großes Event mit Bar- und Gastronomiebereich oder die Nutzung als Nachbarschaftstreff mit bis zu drei unterschiedlichen Formaten, wie Sport, Lernen, Kochen oder Kinderbetreuung, möglich werden. Das für diese Mehrfachnutzung benötigte, besonders hohe Maß an räumlicher Flexibilität wird durch ein neues, raumhaltiges Einbauelement generiert. Ausgestattet mit Garderobe, Stuhllager, Teeküche, Lager für mobile Bühne und mobile Bar, Sitznischen und Spinden, welche für die unterschiedlichen wöchentlich wiederkehrenden Nachbarschaftsformate gemietet werden können, verläuft dieses entlang des stark geschlossenen Gebäuderückens, unterstützt dabei die bereits vorhandene Gebäudeausrichtung und schafft zugleich ein repräsentatives Erscheinungsbild in Foyer und Veranstaltungssaal. Um eine Erweiterung der Veranstaltungen in den Sommermonaten in den Außenraum zu ermöglichen und als Hommage an die ursprüngliche Nutzung als Feuerwehrgebäude, sollen die Toröffnung nach einer energetischen Ertüchtigung, dem Austausch der Gläser, in neuer Farbigkeit lackiert und mit neuen Passrahmen wieder als Fassadenelemente zum Einsatz kommen.
Im Obergeschoss wird der hölzernen Tragstruktur folgend der südliche Gebäudeschenkel durch nichttragende Trennwände in 5 Büroräume, der westlich in das Stadtarchiv mit zugehörigem Büro und einem Besprechungs- und Sozialraum unterteilt. Im Bereich des Gelenks finden der neu strukturierte Sanitärbereich, Lager, Teeküche sowie die fußläufige und die barrierefreie Vertikalerschließung platz. Die große Schwachstelle des Bestandsgebäudes ist die aufgrund mangelnder Raumhöhe funktional ungenügende Erschließungszone entlang der West- und Südfassade. In einer einzigen baulichen Intervention, der Anpassung der Dachgeometrie mit flacherem Winkel, dem Austausch der Fassade und der Integration eines Balkons, kann diese Schwachstelle behoben und mit vielfältigem Mehrwert aufgeladen werden: Der Balkon fungiert nicht nur als konstruktiver Sonnen- und Witterungsschutz für den Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss, sondern auch als flexibler Arbeitsplatz und erweiterter Sozialbereich. Die neue Raumhöhe, die großzügige Verglasung, der Zugang zum Balkon, Sichtbezüge zu den Büroinnenräumen sowie Sitz- und Stehpult-Elemente laden zum flexiblen Arbeiten im Erschließungsbereich ein. Die unterschiedlichen Nutzungen und Öffentlichkeiten vom Erdgeschoss mit dem ehemaligen Schlauchturm und dem Obergeschoss sollen in der durch eine Außendämmung energetisch ertüchtigten Fassade ablesbar werden. In Anlehnung an die bestehende Materialisierung werden die Stahlbetonstützen mit neuen Stahlbetonfertig-Elementen verkleidet. Diese aus dem Abbruchmaterial hergestellten und punktuell an den Bestandstützen verankerten Elemente dienen gleichzeitig der Lastabtragung des neuen Balkons. Der Turm als Aussichts- und Kinderspielbereich sowie die opaken Rück- und Seitenwände werden mit einer hinterlüfteten Putzfassade mit vertikaler Kammstruktur versehen. Das neue Dach und die Außenwände des Obergeschosses werden witterungsbeständig mit einer Blechfassade verkleidet. Für eine einheitliche Raumqualität der Büroräume wird das Oberlichtband und einzelne Fenster entlang der Ostfassade ergänzt. Fensterrahmen und Blechfassade erhalten in Anlehnung an die Umgebungsbebauung und die neue grüne Mitte eine hellgrüne Färbung, Putz und Stahlbetonfertigteile im Erdgeschoss eine entsättigte, mittelgrüne Akzentuierung.
Durch den nahezu vollständigen Re-Use des Abbruchmaterials, minimalinvasive Eingriffe in die Gebäudestruktur, Lowtech-Lösung in der Gebäudeautomation des Energiekonzeptes und das außerordentlich hohe Maß an funktionaler Flexibilität charakterisiert sich der Umbau auch bei sich zukünftig geänderten Bedürfnissen und Anforderungen als hoch nachhaltig und zukunftsweisend.